
Jaws
Martina Gredler
Bronski & Grünberg
2023
Mit Florian Carove | Julia Edtmeier | Sören Kneidl | Skye MacDonald | Bettina Schwarz
Bühne & Kostüm Elena Kreuzberger
Choreografie Julia Edtmeier | Daniela Mühlbauer
Musik & Licht Katharina Stöger
Musikalische Unterstützung Christian Frank
Fotos Philine Hofmann
Pressestimmen:
Haifische im Hamsterrad-Swimmingpool
Exzessives Schreibmaschinengeklapper: „Der weiße Hai“ von Martina Gredler als fulminante Analyse der Leistungsgesellschaft. […] Die Behauptung, dass der Killerfisch nie schläft, weil ein Stillstand den Tod nach sich zöge, ist zwar widerlegt, eignet sich aber trotzdem als Metapher für unsere Gegenwart der Leistungssteigerung und Selbstoptimierung. Auf der Bühne, einem gekachelten Swimmingpool als Haifischbecken, herrscht daher extreme Betriebsamkeit. […] Mit großen Augen starren die Kreaturen, darunter brillant Florian Carove, Skye MacDonald und Julia Edtmeier, durch die „Glasscheibe“ ins staunende Publikum. Fulminante Pantomime-Performance mit Witz und Tiefgang!
Kurier (Thomas Trenkler)
Achtung bissig: Der Weiße Hai ist kein Zierfisch!
Mitten am Wiener Alsergrund, im Bronski & Grünberg Theater, öffnet sich derzeit der Meeresboden und lässt in Abgründe blicken: „Der Weiße Hai“ heißt eine flott kurzweilige Nummern-Revue über uns, als Opfer unserer gesellschaftlichen Zwänge. […] Darin braucht es aber auch keinen echten weißen Hai. Der Hai sind wir selbst, die wir uns tagtäglich im Wettbewerb befinden. „Die großen Fische fressen die Kleinen“ heißt eine Zeichnung von Pieter Bruegel dem Älteren in der Albertina. Sie hängt jetzt auch am Beckenrand im Bronski & Grünberg Wohnzimmer. Darin vollführen die famosen Spieler Flo Carove, Julia Edtmeier, Sören Kneidl, Skye MacDonald und Bettina Schwarz zuerst einmal gar nichts. Sie starren und warten, warten und starren vor ihren Schreibmaschinen und Telefonen, bis das erste davon läutet. Dann hebt bald ein rasantes Ballett aus Tippen, Brabbeln und Telefongeklapper an, dass einem schwindlig wird, in diesem unterirdischen Assessmentcenter fürs Leben. Ein Hamsterrad, in dem wir uns täglich auf neue halb tot strampeln müssen. Es geht einmal im Schnelldurchlauf, einmal in Zeitlupe durchs Casting für die gesellschaftliche Norm, mit kaum Höhen, aber vielen Tiefen. Man erlebt in der Regie von Martina Gredler eine skurril surreale, meist nonverbale, dafür sehr körperlich choreografierte Nummern-Revue zwischen gar nicht vorlautem Witz bis Aberwitz.
Kronen Zeitung
Kleiner Käfig, viele Zähne
Ein Hai muss bekanntlich schwimmen, um atmen zu können. Stillstand würde den sicheren Tod bedeuten. So ähnlich geht es auch den Protagonist:innen in Martina Gredlers Inszenierung „Der weiße Hai“, die mit altmodischer Businesskleidung und weißer Farbe im Gesicht als Büroleichen ihren verkrampften, absurden Tätigkeiten nachgehen. Zum Rhythmus aus Schreibmaschinen-Tippen wimmeln sie Anrufe ab und führen mit Inbrunst einen skurrilen Tanz auf. Denn jede:r möchte besser sein als die anderen, egal in welcher Disziplin. Eine metaphorisch aufgeladene Komödie über einen sinnlosen Kapitalismus, die passenderweise in einem Aquarium mit Glasscheibe positioniert wurde. Oder ist es doch ein Pool? Der einzige Weg nach draußen ist jedenfalls die Karriereleiter, wegen der sich die Leute schubsen und streiten.
Falter (Lara Cortellini)