Lumpenloretta
Christine Nöstlinger
Uraufführung
Burgtheater Wien | Kasino
2016

Mit Florian Appelius | Sarah Viktoria Frick | Aaron Friesz | Simon Jensen | Hans Dieter Knebel | Nélida Martinez | Petra Morzé | Robert Reinagl | Dunja Sowinetz | Stefan Wieland
Bühne Jura Gröschl
Kostüm Moana Stemberger
Musik Raimund Hornich
Video Sophie Lux
Licht Norbert Gottwald
Dramaturgie Martina Gredler | Klaus Missbach
Fotos Marcella Ruiz Cruz

Pressestimmen:

“Pippi Langstrumpf à la Christine Nöstlinger – Mobbing in der Vorstadt und eine unmögliche Liebesgeschichte: Sarah Viktoria Frick und Simon Jensen begeistern in der Uraufführung von “Lumpenloretta”, Martina Gredler inszenierte witzig und aufwenig.”
[…] Die Inszenierung von Martina Gredler, die Mittwochabend im Kasino Premiere hatte, versucht kaum, die raue Vorlage zu glätten. Gredler und Dramaturg Klaus Missbach haben den Text geschrieben. […] Die Aufführung ist mit Liebe gemacht und gut bis sehr gut besetzt. Für ein Kinderstück ist die Produktion – über zwei Stunden mit Pause – lang, aber recht kurzweilig.
Die Presse (Barbara Petsch)

“Wilde kleine Lumpenloretta.”
[…] Diesen Plot hat das Burgtheater (Martina Gredler, Klaus Missbach) in praktische zwei Stunden gepackt und dramaturgisch lauffähig gemacht. Dass Gredler auch inszeniert, sorgt für weniger Reibungsverluste: Eine bunte Arbeit gelingt, nicht überzeichnet, nicht moralisierend, eingängig. […] Dass Petra Morzé als Mutter brillant eine Figur auf die Bretter stellt, wie sie überzeugender kaum sein kann, braucht nicht gesagt zu werden. Auch nicht, dass Dunja Sowinetz kleine Lichtpunkte setzt. Sarah Viktoria Frick und Simon Jensen sind ein ordentliches, berührendes junges Paar – und so läuft alles nach Plan. Große Zustimmung im Publikum!
Kronen Zeitung (AN)

“Am Rande der Stadt, wo man Fisolen isst und Zopferl sagt.”
[…] Und Martina Gredler inszenierte die Geschichte vom Erwachsenwerden einfallsreich flott. Jura Gröschl errichtete dafür im Burgtheater-Kasino am Schwarzenbergplatz eine liebevolle Spielwiese. Gredler untermalt die Geschichte mit Liedern von Jack White und den Eels, sie karikiert wild (Streber Zecke zum Beispiel, Mitschüler von Glatze, liest am Badeteich die Zeit) – und Sophie Lux steuert witzige Trickfilme bei.
Kurier (Thomas Trenkler)

“Caliban wonnegrunzt auf der Wohlstandsinsel.”[…] Und weil der himmelhohe Saal des Burg-Kasinos die bauliche Regsamkeit befördert, hat sich auch Ausstatter Jura Gröschl nicht lumpen lassen. Zwei Wohneinheiten grenzen opulent aneinander. Ein Rasenstreifen bildet die Demarkationslinie zwischen Arm und Reich, Hui und Pfui. Es gehört zu den schönen Erfolgen dieser epischen Bemühung (Regie: Martina Gredler), die Fragwürdigkeit aller sozialen Zuschreibungen im Nu zu erweisen. Loretta (Sarah Viktoria Frick), die “Neue”, beschämt die Bedenkenträger. Sie gibt das Kraftpaket, das sich wonnegrunzend wie Caliban durch die Gefilde der Wohlanständigen bewegt. Loretta punktet im Handumdrehen als Kraftsportlerin sowie als angehende Zirkusartistin. […] Für jede einzelne Figur führt die Regie eine Geschichte im Angebot. Da ist die blondierte Mutter (Dunja Sowinetz) von Nachbarsmädchen “Locke”. Die Dame führt mit einem offenbar unzuverlässigen Herren (dem “Ernstl”) eine Fernbeziehung via Handy. Wie Sowinetz mit einem kleinen Verrutschen der Sprachmaske ihr unsägliches Leid kundgibt – das ist wunderbarstes Burg-Theater. Einen ähnlichen Punktesieg landet Morzé als Mama. Klimakterielle Reizbarkeit ertränkt dieser Drache der Vorstadt in Prosecco. Ganz behutsam zeigt Gredler die Kosten auf, die das sorglose Leben den Menschen abverlangt. Sie ist damit der Lebensklugheit von Autorin Nöstlinger ganz nahe.
Der Standard (Roland Pohl)

Silberlöffel und Blech-Dasein.”
[…] Regisseurin Martina Gredler setzt auf ein perfekt abgestimmtes Ensemble aus ganz jungen und erfahrenen Schauspielern, auf Musik, ruppig rockig bis sanft poppig, subtile Videos und eine spannende Choreografie. […] Was hier gelungen ist, ist poetisch-kritisches Jugendtheater, das gewissermaßen auf Sneakers ganz in der Gegenwart unterwegs ist.
Tiroler Tageszeitung (lietz)

“Christine Nöstlingers Lumpenloretta im Kasino des Burgtheaters.”
[…] Nöstlinger hat die Geschichten rund um ihre Heldinnen und Helden nicht erfunden, es scheint so, als ob sie das, was in unser aller Leben so oder so ähnlich vorkommt, lediglich zu Papier gebracht hätte. Dass daraus ein höchst vergnügliches und spannendes Theaterstück wurde, hat sie Martina Gredler zu verdanken. Die Regisseurin verfolgte eine höchst einfühlsame und zugleich für Kinder, Jugendliche und Erwachsene nachvollziehbare Personenführung. […] Ganz wunderbar, wie Gredler die ersten Liebesfunken der jungen Menschen in Zeitlupe gießt und mit einem Liebessong untermalen lässt. Einfach nur poetisch und witzig zugleich, wie Loretta Glühwürmchen fängt und in ihr T-Shirt steckt, bis sie unter ihrer Short wieder zum Vorschein kommen. Köstlich, wie Christine Nöstlinger selbst als Buschauffeurin in einem Video kurz auftaucht und verschmitzt ins Publikum lacht. Ein wunderbarer Regieeinfall folgt dem nächsten, ohne marktschreierisch oder aufgesetzt daherzukommen. Gredler erzählt mit viel Kreativität und wie aus einem Guss Nöstlingers Geschichte ohne Pathos aber mit jeder Menge Humor. […] Eine Empfehlung nicht nur für Nöstlinger-Liebhaberinnen und Liebhaber, sondern für alle, die ein intelligentes und gut gemachtes Jugend-Theaterstück sehen möchten.
European Cultural News

“Ein rebellisches Mädchen verliebt sich.”
Als Hommage an die große aufmüpfige Autorin Christine Nöstlinger hat das Burgtheater ihr Buch “Lumpenloretta” auf die Bühne gebracht. Ein “komisches Girl” verdreht dem zwölfjährigen Nachbarsjungen den Kopf. Die Liebesgeschichte hat Regisseurin Martina Gredler unverkrampft und liebevoll für ein Publikum ab acht (gerne auch etwas älter) umgesetzt. Die in jeder Hinsicht rebellische Sarah Viktoria Frick in der Titelrolle führt ein erstaunlich perfekt besetztes Ensemble “kindlich” wirkender Jungschauspieler an.
Falter